Team GeoJeeper - Alpentour 2009 - Tag 2
BlueGerbil | 5. September 2009 23:07
Während sich der gestrige Tag eher grau in grau zeigte und mich gelegentliche Regenschauer das Schlimmste befürchten liessen, präsentiert sich der Himmel heute in strahlendem Blau. Mensch und Maschine frühstückten, die Stabis wurden ausgehängt und dann ging´s ab auf den Berg. Den Berg? Genau, wir wollten wieder an die Bergstation des Bontadini-Lifts, mit 3.332m der höchste anfahrbare Punkt der Alpen.



Nach unserer erfolgreichen Befahrung im letzten Jahr sollte das auch 2009 wieder der erste Höhepunkt der Tour werden - und so war es auch. Unterhalb des Matterhorns erklommen wir die einzelnen, hintereinander gereihten Station der Seilbahn, die zahlreichen Bauarbeiter der Seilbahnen und einige Wanderer grüßten freundlich zurück und bis auf einen Verfahrer an einer der Baustellen war der Weg auch problemlos zu finden. Eine Stelle der Auffahrt auf ca. 3.100m war mit dünnem Eis überzogen, aber das war auch der einzige etwas schwierigere Part. Damit es keine Mißverständnisse gibt: Für morderne SUVs ist schon an einer der ersten Stationen Schluß, danach bereiten grobes Geröll, Steinplatten und die Steilheit des Geländes dem Vortrieb ein Ende.



Nachdem der letzte Steilhang zum Rifugio Theodulo bezwungen war, legten wir noch die wenigen Meter zur Bontadini Liftstation zurück, parkten die Fahrzeuge am Lift, machten die obligatorischen Fotos in alle Richtungen und begaben uns anschließend zum Rifugio Theodulo. Dort gab´s dann den weltbesten Cappuchino, dazu lecker Kuchen und ein längeres Gespräch mit dem Hüttenpächter, der es sich mit Liegestuhl, Heizstrahler und LCD-TV bequem eingerichtet hat. Er berichtete ebenfalls von zahlreichen Bauarbeiten im gesamten Gebiet um Breuil/Cervinia, das deckte sich mit unseren Beobachtungen.



Abwärts ging´s in Richtung Lago de Cime Bianche, der Weg dorthin ist im groben Geröll gut zu erkennen. Über uns stets das wolkenlose Matterhorn, mit seinen 4471 Metern ein imposanter Anblick. Eine Auffahrt zum Colle Superiore delle Cime Bianche war letztes Jahr nicht möglich, da der Berg exklusiv für den Land Rover Club Aosta reserviert war - dieses Jahr war´s problemlos möglich, auch hier auf 3.100m Höhe zu fahren. Von hier aus bot sich ein gigantischer Blick auf den darunter im Talkessel liegenden See mit den dahinter liegenden Bergen - alleine hierfür hat sich die Auffahrt schon gelohnt! Beim Abstieg trafen wir noch einen Deutschen mit Mercedes M-Klasse mit Offroad-Paket - ein kurzer Plausch ergab, das seine Frau Befürchtungen hatte, ob das Fahrzeug für die Auffahrt geeignet sei. Zum Colle Superiore delle Cime Bianche konnten wir ihm bzw. ihr beruhigt raten, den Bontadini empfahlen wir jedoch nicht.



Bevor wir zurück zum Campingplatz fuhren, machten wir noch einen Abstecher zur Staumauer des Lago di Goillet - was soll ich sagen? Es war eine der beiden Überraschungen der Tour - eine richtig schöne Offroad-Tour mit knackigen trial-ähnlichen Einlagen in toller Umgebung - so wünscht man es sich! Nach kurzem Erkunden der Staumauer sowie der verfallenen Schmalspurbahn-Strecke machten wir uns dann endgültig auf den Weg in das Tal - langsam bekamen wir Hunger



Das Abendessen war auch nicht zu verachten, Meeresfrüchtesalat, Ziegenkäse und Parmaschinken mit Charentais-Melone machte den Anfang, danach ein Stück Rind vom Grill und zum Desert abermals Lammkoteletts (auf Rosmarin gegrillt, mit Zitronensaft serviert) - den Absacker besorgte ein feiner Barolo-Grappa, man ist ja schließlich im Piemont bzw. kurz davor (Region Aosta) - gute Nacht!
Categories: Geocaching, Jeep, Reisen
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