Archive for the 'Extrem Events' category

BlueGerbil | 4. Februar 2010 23:54

Neue Bilder der Expedition sind online: http://bit.ly/aw90cD

04.02.2010: 110. Kurzmeldung (14:26 Uhr MEZ)

Beide zurückliegende Tage kosteten Nerven ohne Ende - hab ich überhaupt noch welche? - da ist ein schwerer Pass mit Schnee nichts dagegen. Aber na ja. Derzeit keinerlei Fortschritte bei dem Flug, Rückschritte bei einem Lieferanten, dass es mir die Füße weghaut und gleichzeitig den Kopf sprengt. Ich muss mich an so vielen Stellen ärgern, dass ich meine die Höllenhunde marschieren.

Die gute Nachricht: das Team ist top und hält zusammen, auch wenn die Tage des Wartens nicht einfach sind. Die Disziplin ist da, wir reißen uns Tag für Tag zusammen, lassen es nicht schleifen. Jeden Tag reparieren wir ein Stück mehr, sodass Rudi schon scherzhaft von der Ausbildung zum Automechaniker auf dem zweiten Bildungsweg spricht. Ich denke er macht eine Werkstatt auf wenn er zurückkommt. Heute nahmen wir uns den ersten Anhänger vor. Da wir mit F2 und einem Trailer in heftiges, tiefes Nalid Eis hinter dem Pass eingebrochen waren und es uns dabei die vordere Achse an dem Trailer zerstört hat, haben wir das zum Anlass genommen und bauen nun beide Trailer auf Einachsbetrieb um, kürzen sie bis auf ein Minimum und versuchen maximal Gewicht einzusparen. Die Trailer erhalten zur Stabilisation noch einen schwenkbaren Ski an der Deichsel und ab geht’s. So ist zumindest der Plan - was draus wird sehen wir mal.

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PNY - neue Bilder!

BlueGerbil | 2. Februar 2010 14:15

Dank der nun anständigen Internet-Verbindung gibt´s einen Haufen neue Bilder:

Teil 1: http://bit.ly/bpGskP
Teil 2: http://bit.ly/9DlAkK

Ein paar Impressionen:

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PNY Tagesbericht 29. Januar - 01. Februar 2010

BlueGerbil | 1. Februar 2010 23:15

29.01.2010: 107. Kurzmeldung (01:12 Uhr MEZ)

Wir haben gerade alle Hände voll zu tun und versuchen händeringend eine Transportlösung für die defekten Achsteile zu finden. Sorry, dass ich nicht viel schrieb.

Wer uns helfen will und entsprechende Kontakte hat oder schreiben will, könnte die Alaska Native Wale Commission ansprechen.

Alaska Eskimo Whaling Commission
PO Box 570
Barrow, AK 99723-0570
Phone 907-852-2392
Fax 907-852-2303

Im Auftrag dieser Kommission wird am 08.02.2010 ein Flug von Nome, Alaska nach Providenia, Russland durchgeführt. Können die Teile da nicht mitfliegen, kommen sie erst Ende Februar an und unsere Chancen die Beringstraße rechtzeitig zu erreichen schwinden.

Leider lehnt diese Kommission die Mitnahme unserer zwei Reisetaschen mit den Ersatzteilen auf einem halb leeren Flug kategorisch ab. Wir kennen die Gründe nicht. Alle anderen involvierten Parteien würden es möglich machen. Die finale Entscheidung liegt aber bei der Alaska Native Wale Commission.

Vielleicht gelingt es uns ja gemeinsam diese Kommission doch noch dazu zu bewegen unsere zwei Taschen mitzunehmen.

30.01.2010: 108. Kurzmeldung (03:09 Uhr MEZ)

Von mittlerweile verschiedensten Seiten bitten wir die Alaska Native Wale Commission - selbstverständlich gegen Bezahlung - auf ihrem Leerflug (!!!!!) von Nome nach Providenia unsere zwei Reisetaschen mitsenden zu dürfen. Sie lehnen kategorisch ab. Wir haben keine Ahnung warum, haben weder den Personen, noch der Kommission je etwas Schlechtes getan. Keiner versteht diese Haltung. Das Einzige was man uns vorschlug: Wir sollen den gesamten Flug bezahlen, dann dürfen wir die zwei Reisetaschen mitschicken.
So etwas würde es in Russland niemals geben, niemals, niemals. Wenn hier jemand Hilfe braucht, dann hilft man. Und wir sind keine Schmarotzer, die um kostenlose Hilfe bitten. Wir bitten lediglich um eine Genehmigung zwei Reisetaschen gegen Bezahlung auf einem Leerflug mitsenden zu dürfen. Unglaublich, wirklich unglaublich.

31.01.2010:

Die zurückliegenden Tage waren geprägt von extremer Telekommunikation around the clock and around the world. Hammer, echt. Von Providenia über Egvekinot, Anadyr, Moskau, Frankfurt, Darmstadt, Limburg, Mainz, Los Angeles, Anchorage, Nome, Barrow und zurück. Mit allen versuchten wir die defekten Achsenteile zu beschaffen und schnellstens nach Providenia zu bringen. Aktuell hat unser Partner Dynatrac die Teile angefertigt und auf den Weg nach Nome geschickt. Von dort steht nun noch die Genehmigung für den Weitertransport nach Providenia aus, an dem wie erwähnt einige Stellen in der Kommunikation mit der Alaska Native Wale Commission arbeiten. Davor und dazwischen bockten wir beide Fahrzeuge mit den bekannten Siemens “Lufthaken” und Holztechniken spektakulär über einer Grube freischwebend auf, nachdem wir diese in stundenlanger Arbeit leergeschaufelt und uns dank der Administration und der technischen Schule in Providenia eine klasse Werkstatt eingerichtet hatten. Wir zerlegten die Autos, stellten u.a. fest dass Lenkungsteile und die Rahmen beider Jeeps im Bereich der Lenkungsaufnahme auseinander gebrochen sind, an weiterer Stelle beginnen zu brechen, konstruierten neue Rahmenteilstücke, erhielten neue Servolenkungsteile, fanden viele weitere gebrochene oder beschädigte Teile bei der Überprüfung an verschiedensten Stellen der Autos, hatten und haben einen Haufen Arbeit vor uns um die Fahrzeuge wieder fit zu machen, usw.

Dazwischen mussten wir noch sehr schlechte Heimatnachrichten unseres Kameraden Rudi Dexl verarbeiten, unseren treuen Weggefährten und Kameraden Wolfgang Weigl verabschieden, der ein 1a Kamerad war, und hoffentlich nach kurzem Aufenthalt in Deutschland wieder zu uns kommen kann, musste ich vieles sehr Ärgerliche aus Deutschland bearbeiten, usw. Schnauze voll sozusagen, aber nicht unter Wasser.

Nun die erfreulichen Dinge:

Noch bevor Wolfgang abfuhr, schrieb er zu Ehren der Expedition ein Lied. Es wurde zur Expeditionshymne und wird oft gesungen. Der Liedtext siehe unten.

Wie ich nicht müde werde zu betonen, kennt die Gastfreundschaft Russlands kaum Grenzen. Eine der Traditionen, die Russlands Gastfreundschaft mit bezeichnen, ist die gemeinsame Banja (russische Sauna). Archaisch. Nackte Männer wie sie geschaffen sind, die gemeinsam schwitzen, ebenso nackt überwiegend mit Fingern bestes und frischestes Essen essen, trinken, sich erzählen und Freundschaft zelebrieren. Zwei mal bereits durften wir hier in Providenia zu Gast sein. Valerie und seine Freunde bereiten immer alles ausgezeichnet vor.

Eine nette Story in diesem Zusammenhang zum Thema Frisör. Seit Monaten war ich schon nicht mehr bei Einem. Durch meinen üppigen ;-) Haarwuchs (an leider nicht allen Stellen) sah das mittlerweile wild aus. Ich fragte mich durch. Einen richtigen Shop gibt es hier in Providenia nicht. Konstantin, einer unserer Skidooguides, holte mich dann eines Abends mit seiner Taschenlampe in der Werkstatt ab, führte mich durch den Schneesturm, über Schneeverwehungen, anschließend durch eine riesige, stockdüstere, alte Industriehalle, vorbei an Metalllagern, Kettenfahrzeugen, durch knarrende Türen, Metalltreppen hinauf, durch Korridore bis zu einen Umkleideraum, der zu besten Zeiten über 100 Männern zum Umziehen diente. In einer Ecke stand ein Stuhl, eine kleine Lampe brannte, ein alter Spiegelrest hing an einem Spind. Ein Rasierapparat lag da und ein liebenswerter Freund von Konstantin wartete fast nackt im Halbdunkel extra auf mich um mir die Haare zu rasieren. Ich erklärte nichts, sagte nur per Zeichensprache: „Bitte gutaussehend”, verlies mich drauf und erhielt, außer vielem russischen Lachen eine tadellose Kurzhaarfrisur. Wow. Später sollte eben genau in diesen Räumen die Sauantreffen stattfinden.

Alles geht hier eben etwas anders, du musst dich auskennen, dich anpassen. Russland wird dich gut behandeln und der alte russische Spruch: „Je kälter die Gegend, desto wärmer die Menschen“ stimmt hier in diesem gigantischen Land immer.

Zwischenzeitlich sind gleich zwei schwere Blizzards über Tschukotka hinweggefegt. Sie brachten in Egvekinot, der Mitte und dem Norden soviel Schnee, dass selbst Vestichotfahrer Respekt vor den Massen haben. Es gibt keine Wege – Egvekinot versinkt im Schnee. Wir hätten nicht einen Tag später aufbrechen dürfen. Wieder eine starke Bestätigung für unsere Routenwahl entlang des Südens.

Wieder einmal herbeigeführt durch einen absolut Fremden, diesmal am Flughafen in Anadyr, dem ich, aus welchem inneren Grund auch immer nach kürzester Zeit vertraute, obwohl alle Anderen anderer Meinung waren, und der uns zu 100% die richtige Strecke wies. Wie unglaublich. Dieser Mann übrigens wurde später zu einem unserer Guides per Skidoo. Und weil wir schon dabei sind hier noch eine weiter Fügung oder wie heißt sowas? Heute besuchten wir im Rahmen unseres kleinen “Kulturaustausches” (Besuch verschiedener Schulen, öffentlichen Einrichtungen, etc.) auf Einladung die Bibliothek der Stadt. Anwesend war neben Anderen - wie von guten Geistern bestellt - ein ruhiger, besonnen wirkender Mann, der wie sich rausstellte über zwanzig Jahre von Uelen aus die Eisdicken bis zum Radmanov island (Big Diomed) vermessen hat, der die Beringstraße und ihr Eis wie seine Westentasche kennt, der Informationen für uns über die Strömungen hat, die nur Wenige kennen, der uns noch mit seinem Freund bekannt machen will, der ihn in all den Jahren auf dem Wis der Beringstraße mit einem russischen Kettenfahrzeug begleitete und uns helfen möchte. Wie genial ist das denn??!!

Für heute endete der Text. Ich werde mich bemühen ab sofort wieder kurze Texte zu schreiben, was zwischendrin einfach nicht möglich war.

Ganz herzliche Grüße noch vom Team an alle - Team ist wohl auf.

Liedtext:

1. Früh morgens um halb Achte steh‘n wir auf und steigen auf die Jeeps hinauf ://

Refrain //: Darum aufgeschaut, fest auf’d Steine g’schaut und auf seinen Kamerad vertraut. Seil her. ://

2. Das Jeschke Team ist immer super drauf, fährt jeden steilen Berg hinauf://

R //:

3. Jefgeny ist der Mann der Navigation und schießt auch schöne Fotos schon ://

R //:

4. Der Victor ist der Mann für alle Fäll’, löst jedes Problem super schnell. ://

R //:

5. Matthias pflegt Kontakt in alle Welt, drum geht’s uns gut auf jedem Feld. ://

R //:

6. Tschukotka live ist eine Reise wert, drum sind wir hier für’s Leben lehrt. ://

R //:
* Melodie mit Noten kommt noch.

01.02.2010: 109. Kurzmeldung (11:23 Uhr MEZ)

Genial, unser Freund Dimiti hat heute seinen bekannten “Oleg” zu uns in die Wohnung geschickt. Ein Mann mit besten Verbindungen in Satellitenleitungen. :-)

Er hat uns über TV eine Internetverbindung gebastelt vom Allerfeinsten und wir können - endlich mit Aussicht auf Erfolg - versuchen ein paar Bilder zu schicken. Das versuchen wir nämlich seit Tagen - und die Satellitenanlage von F1 geht in der abgeschirmten Halle nicht. Auf unserer Tagesordnung heute stand außerdem der offizielle Kindergartenbesuch und herzlicher Empfang dort.

Derweil arbeitete Jefgeny mit unserem Schweißer-Freund Valerie an der Neukonstruktion der Lenkungsteile und schweißt am F2 schon einen Großteil der Sonderkonstruktion an.[/quote]

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PNY - Aktuelle Impressionen

BlueGerbil | 25. Januar 2010 22:37


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PNY Tagesbericht 20.-21. Januar 2010

BlueGerbil | 22. Januar 2010 10:36
20.01.2010: 102. Kurzmeldung (11:05 Uhr MEZ)

Haben die Nacht und den heutigen Tag gut verbracht. Das Wetter ist noch stabil. Heute oder morgen werden wir uns noch mit unseren russischen Helfern über die Passhöhe winchen und ziehen, und dann versuchen über das Eis der Providenia-Bucht nach Providenia zu fahren. Sollte das Eis der Bucht nicht tragen, müssen wir über einen zweiten Pass als Umfahrung. In Providenia können wir dann eine detailierte Schadendiagnose und Reparaturen durchführen. F2 können wir kurzfristig instand setzen. Bei F1 wird es schwieriger, das wird ein paar Tage länger dauern. Wir werden versuchen in jedem Fall so schnell wie möglich weiter zu fahren. Aktuell rechnen wir mit zwei Wochen Standzeit in Providenia.
Wer also noch zu uns kommen will, zum Team dazu stoßen und mitfahren will, ist herzlich willkommen. Alle Infos dazu bei Jürgen Graf, Astrid Wallner und Jan Liska.

20.01.2010: 103. Kurzmeldung (15:22 Uhr MEZ)

3 Uhr morgens. Wir haben Providenia nach schwerer letzter Etappe erreicht.
Die Bremsleitung am F2 ist abgerissen, Reifenschaden an F2, am Trailer von F1 ist die Achse verbogen, wir sind in Nalid Eis eingebrochen. Alle Teammitglieder sind erschöpft, aber wohl auf, von dunklen Augenrändern, Bärten, schwarzen Händen, Körpergerüchen, feuchten Schuhen, aufgeplatzten Fingern, gerissenen Fingernägeln, und anderem Zeug mal abgesehen.

Wir melden uns.

15.01.-20.01.2010: Bermudabericht

Hier die fehlenden Erlebnisse /Vorkommnisse:

Es begann damit, dass am 15. nur 300 m hinter der Fischerhütte am F1 der Keilriemen wieder wegflog. Kurz vorher waren wir mit F1 in Nalid Eis eingebrochen und hatten viel Gas geben müssen um da durchzukommen. Eisplaten blockierten zu allem Überfluss noch beide Räder der rechten Seite des Anhängers. Also führten wir auf dem Eis eine Notreparatur mit beinahe nassen Füßen durch, wobei wir entschieden wieder den alten, schon schwer beschädigten Riemen zu montieren um nicht die neuen Riemen für den bestehenden Schaden zu verheizen. Irgendwann ging es weiter, wir fuhren auf eine Flussmündung zu. Da F1 keine Servolenkung mehr hat, ist das Lenken extrem hart. Teilweise ist es trotz aller Kraftaufwendung unmöglich alleine zu lenken, also hilft der Beifahrer mit. Bei einem der Manöver auf dem Weg aus der Flussmündung schlug es uns plötzlich das Lenkrad mit voller Wucht aus der Hand - wir hatten mit dem Doppelbereifungskäfig einen schweren Stein getroffen, haben jedoch bis auf eine total verstellte Spur und ein schiefes Lenkrad glücklicherweise sonst keine Schäden, wie gebrochene Teile oder so.
„Glück gehabt“, dachten wir als 2 km weiter der Riemen wieder abspringt. Jetzt ist er so zerfetzt, dass nur noch zwei Rillen laufen, die restlichen schneiden wir weg.
Einige Kilometer weiter treffen wir an einem Steilhang auf etwas, das wie Geister und Engel in einem wirkt. Es ist ein schier riesiges russisches Kettenfahrzeug, das uns beim näher kommen baff machte. (Etwa Lokomotivengröße samt Besatzung.) Verwegene Männer auf dem Weg nach nirgendwo und irgendwo. Wir werden auf das herzlichste begrüßt, trinken, essen etwas zusammen, reden. Dann geschieht etwas, das ich im Nachhinein als unglaubliche positive Gabe des Bermuda oder der Kräfte um uns herum verstand, in der Situation jedoch nicht. Einer der Männer nimmt meine Hand, sieht mir tief in die Augen, legt seine Armbanduhr ab und schenkt sie mir als sein Zeichen der Verbundenheit (ich trage sie seitdem am rechten Arm - links meine). Und als wir draußen stehen, schenkt er mir und Rudi jeweils eine selbstgemachte, schussbereite Schrotpatrone - dabei nimmt er wieder meine Hand, legt die Patrone rein, verschließt meine Hand und drückt sie an meine Seite. Ich bin irritiert. Ich mag Waffen nicht sonderlich, bin kein Jäger oder so. Warum schenkt er mir ein Bauteil zum Töten? Dennoch nehme ich an, stecke die Patrone in meine Jackentasche. Rudi macht es ebenso. Wir machen noch Erinnerungsfotos, dann fahren wir in unterschiedlichen Richtungen auseinander.
Etwas weiter, vielleicht 1,5 km - wir sind schon ziemlich ausgepowert es ist Nacht und fahren wie gewohnt mit Heizung auf volle Stufe, sechs Scheinwerfer an, zwei Laptops laufen, ein Funkgerät, GPS-Geräten, Radio, drei Akkuladestationen hängen an 220 V, das Satellitentelefon lädt, usw. - kriegen wir ein Warnsignal vom IBS Computer, dass der Ladezustand der Fahrbatterie (insgesamt haben wir drei Batterien an Bord) gegen Null geht. Verflixt und zugenäht. Was ist denn das jetzt schon wieder? Wir stellen fest, dass die Lichtmaschine nicht mehr lädt, obwohl der Riemen diesmal drauf ist. Wir haben bei der Eiseskälte, der Dunkelheit und Müdigkeit jedoch keine Ressourcen mehr den (in meinen Augen) Elektrikfehler zu suchen. Also entscheiden wir sämtliche Verbraucher auszuschalten (d.h. auch Licht und Heizung aus), um so lange wie möglich mit dem Strom, den F1 noch hat, fahren zu können. Einige Kilometer fahren wir noch eng beieinander weiter, wobei F1 ohne Lenkung, Licht, Heizung und ausschließlich im Restlicht vom hinten fahrenden F2 den Weg sucht. Irgendwann sind wir jedoch völlig erschöpft, haben die die Lenkung am F2 haltenden Gurte zum x-ten mal gefixt, hat Jefgeny noch eine beinah gefrorene Nase, als wir beschließen stehen zu bleiben. Wir hoffen bis zum Morgen mit dem verblieben F1 Strom durchzuhalten und schalten den Motor von F1 aus, wärmen uns mit der Webasto-Heizung, die uns auch in den nächsten Tagen unschätzbare Dienste leisten sollte (uns vor der extremen Kälte schützte).
Am nächsten Tag, dem 16. reicht die mentale Kraft wieder um zu erkennen, dass das Lichtmaschinen-, nicht Ladeproblem ausschließlich von dem zu schwachen Anpressdruck des defekten Riemens herrührt. Wir nehmen nun einen Neuen: F1 hat wieder Strom. Gott sei Dank. Was wird das nächste Teil, das den Geist aufgibt? Es ist die Servopumpe, die wir ohne Öl laufen lassen müssen und deren Hauptlager dadurch kaputt gegangen ist. Sie wird als Umlenkung für den Rillenriemen allerdings dringend benötigt. Ohne sie kein laufender Riemen, ohne Riemen keine Lichtmaschine, keine Wasserpumpe, keine Chance den Motor laufen zu lassen. Wir haben keine andere Chance, wir müssen die Pumpe irgendwie reparieren. Also zerlegen wir sie komplett, stellen fest dass die Lager sich auf der Welle festgefressen haben. Also funktionieren wir in stundenlanger Feilarbeit alles so um, dass die Lager nun außen gleiten, füllen die Pumpe anstatt mit Öl mit bestem Gleitlagerfett und hoffen dass es hält. Zehn Stunden später ist auch diese Lösung Vergangenheit als sich die alten Lager völlig ausschlagen. Nächste Notlösung ist, den hinteren Anschlag der Pumpe so zu verändern, dass die Pumpe unter hoher Spannung steht und so stabilisiert wird. Diese Lösung hält einen Tag und eine Nacht. Am nächsten Morgen wache ich früh von lauten Klackergeräuschen auf und stoppe sofort den Motor. Noch bevor die Anderen wach sind habe ich zum zehnten Mal die besch***ne Pumpe ausgebaut. Jetzt ist wirklich fast alles kaputt an dem Ding, die Lager so ausgeschlagen, dass sie mir entgegenfallen. Was nur tun? In max. 2-3 Stunden ist wieder alles eiskalt, der Motor gefroren. Wir haben Temperaturen um -35°C. Die Anderen wachen auf, wir stehen zusammen. Wie sollen wir das schaffen? Unsere Skidoofreunde Vladimir und Konstantin reden wild auf Viktor ein, als plötzlich das Wort “patron” (im Sinne Boss, Chef, Verantwortlicher) fällt. In dem Moment macht es klick. Ich stehe auf, suche die “Patrone”, die mir der Unbekannte schenkte. Ich sehe sie mir an und denke: „Das könnte gehen.“ Vorsichtige öffnen wir sie, entleeren den tödlichen Inhalt, sägen sie ab, dann der Länge nach auf und drehen eine Hülse draus, dann noch die Zweite. Das Unglaubliche dabei: Beide Patronen zusammen ergeben das absolut perfekte Lager für die Servopumpe, mit einer Passung dass man es für Unmöglich hält. Noch heute, am 21.01., läuft sie nur mit ein bisschen Fett innen drin ohne jedes Geräusch, ohne Spiel, wie ein Uhrwerk. Dieser Mann hat unser Fortkommen gesichert, wir konnten uns vor der Kälte schützen, weiterfahren, etc.

Unglaublich – Bermuda.

Als dann Rudi noch aus allem Möglichen und den Resten des Rentiers, das wir kauften auf unnachahmliche Art ein tolles Essen zaubert, sieht die Welt wieder gut aus.
Es folgen die Tage des Passes, die Strapazen dort und der Durchhaltewillen des Teams. 800 Meter vor der Passhöhe - als wir schon fast dachten wir würden Bermuda gegen alle Kräfte bezwingen - hat es uns dann doch mit einem unreparierbar harten Streich besiegt.
Wir sind nun nach weiteren rund 40 Stunden kurz vor Providenia. Das Wichtige ist: In ca. drei Stunden werden wir den Sturm in Häusern aussitzen, diskutieren und an den Autos arbeiten können.
Bermuda war in jedem Fall die Härte - ein Kampf gegen Mystik, Mythen, Unsichtbares, mit wunderbaren und faszinierenden Momenten zwischendrin und einem unglaublich starken Team.

21.01.2010: 104. Kurzmeldung (03:34 Uhr MEZ)

Stehen noch auf der Straße vor Providenia. Reden, verhandeln, suchen einen Stellplatz für die Trailer und einen Reparaturplatz für die Fahrzeuge. Vielen Menschen kamen schon raus zu uns, begrüßten uns, überlegen wie sie helfen können, unterschrieben auf den Autos, geben uns Kaffee, Tee, einen Platz im Büro einer kleinen Werkstatt. Wir aßen nach langer Zeit mal wieder ein frisches Brot und kein tiefgefrorenes Cross. Ein Teil des Teams schlief heute ein paar Stunden in einem russischen Kettenfahrzeug, das in einer Halle stand - endlich mal gerade ausgestreckt wie ich hörte :-)
Wir werden, denke ich, in den nächsten Stunden, evtl. Tagen Lösungen finden. Eben bot man uns zum Aufwärmen und Saubermachen schon mal eine russische Sauna an.
Mal sehen. In jedem Fall sehr freundlich. Soeben erhielt ich Nachricht, dass wir zumindest schon mal zwei Stellplätze für die Trailer haben werden.

21.01.2010: 105. Kurzmeldung (09:43 Uhr MEZ)

Trailer stehen sicher in bzw. vor einer Halle. Wir haben seitens der sehr sehr freundlichen Bürgermeister hier eine Wohnung gefunden in der wir die ganze Zeit unseres Aufenthaltes bleiben können und in der wir uns gerade einrichten. Sie steht leer, ist aber warm, hat eine Toilette, eine Dusche und Teppichboden. Gerade brachte man uns auch noch einen kleinen Tisch. Wir schlafen in bzw. auf unseren Schlafsäcken auf dem Boden und sind sehr froh über diesen Platz zum Wohnen. Die Fahrzeuge stehen noch auf der Straße. Morgen soll entschieden werden wohin, wegen der Reparatur.
“Warme Boxen” in denen zumindest Temperaturen um Null herrschen sind selten und wenn, dann in jedem Fall belegt. Mal sehen. Werden jetzt erst mal etwas kochen und ein russisches Bier genießen. Wir haben es uns verdient.

Providenia an sich liegt unmittelbar an einer Bucht. Wie gemalt erheben sich die Berge vor und hinter der Stadt. Steht man an der Bucht, schaut man Richtung Meer und geht wie heute die Sonne blutrot unter, könnte das ein Maler nicht schöner zeichnen. Dazu Temperaturen um -10°C lassen einen schon mal vergessen mit welchen Anstrengungen sich die Menschen hier gegen die Naturgewalten stemmen. Der Orkan, der in den nächsten Tagen über uns hinweg rollen wird, wird uns das aber sehr deutlich wieder vor Augen führen.

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PNY Tagesbericht - 19. Januar 2010

BlueGerbil | 19. Januar 2010 23:50
19.01.2010: 100. Kurzmeldung (00:16 Uhr MEZ)

Müssen hier unbedingt raus. Gestern kam eine sehr schlechte Wettermeldung rein – am 21./22.01. wird ein Sturm mit Schnee, Schneeverwehungen und Windstärke 9-10 und Orkanböen erwartet. Wir haben nur noch zwei Tage. Das müssen wir schaffen. Wir haben die ganze Nacht durchgearbeitet, geschaufelt wie die Verrückten, und gewincht. Weitere 200 Meter entlang des schrägen Hanges geschafft - eine absolute Herausforderung gemeistert. Noch 1,7 km zur Passhöhe.

19.01.2010: 101. Kurzmeldung (05:04 Uhr MEZ)

800 m vor der Passhöhe, nach unendlich lang erscheinenden Tagen, Nächten und Anstrengungen: Achsenprobleme an F1 und F2. Organisieren gerade Unterstützung und Hilfsfahrzeug. Team großartig. Haltung bewahren. Wir haben alles, wirklich alles gegeben bis hierher. Haltung bewahren / Haltung bewahren - sehr harte Geschichte.

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PNY Tagesbericht - 17.-18. Januar 2010

BlueGerbil | 18. Januar 2010 18:47
17.01.2010: 96. Kurzmeldung (05:32 Uhr MEZ)

17 Uhr. SIND IMMER NOCH MEHR ODER WENIGER AN DER GLEICHEN STELLE WIE GESTERN. DIE ENTFERNUNG ZUM PASS BETRÄGT NACH WIE VOR RUND 5 KM, ABER WIR SIND JETZT AUF DER HÜGELKETTE FÜR DIE UMFAHRUNG.

Haben gestern acht Stunden gebraucht um mit beiden Autos und Anhänger den Hang hochzuwinchen. Habe heute Morgen aus zwei Schrotpatronen ein neues Lager für die Servopumpe bauen müssen, weil es wieder defekt war. Gestern kamen sechs Personen aus Providenia - wo man uns erwartet - um zu sehen wie es uns geht. Wir wurden von dem Leiter der Administration, dem Leiter des Grenzdienstes der russischen Truppen, Vertretern von MCS und Anderen auf das Herzlichste begrüßt.

Unglaublich, wirklich. Später mehr im Hauptbericht. Teamgemeinschaft top. Team wohl auf.

17.01.2010: 97. Kurzmeldung (21:42 Uhr MEZ)

Haben heute 2,1 km geschafft. Sehr harte Arbeit. Wege suchen und Schneefelder durchstoßen bis zum Abwinken. Aber die Umfahrung hat funktioniert. Am F1 läuft noch alles ok. Das Team ist wohl auf.

18.01.2010: 98. Kurzmeldung (08:06 Uhr MEZ)

Haben heute 1,6 km geschafft. Die Passhöhe ist jetzt noch 1,9 km entfernt. Ohne Ende Tiefschnee. Wir winchen und schaufeln - härteste Belastung für jeden Einzelnen. Kälte, Anstrengung, Schlafmangel, aber jeder gibt alles. Einfach stark das Team. Kein Streit, nichts. Ich bin wirklich begeistert von jedem/über jeden Einzelnen. Wie die Siedler damals - Meter für Meter in unbekanntem Land.

18.01.2010: 99. Kurzmeldung (12:49 Uhr MEZ)

Gehen buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Dieser besch***ene Pass.

Es reicht echt. Man oh man. Vorhin hatte ich eine Wut im Bauch. Naja, danach hatte der Schnee ein Einsehen. Er gefror etwas mehr und wir schafften soeben 800 m in zwei Stunden. Jetzt stehen wir mit beiden Fahrzeugen und Trailern schräg in einem Hang - auf einem kleinen Plateau - 1,2 km von der Passhöhe entfernt. Wir werden heute Nacht versuchen mit dem F1 noch einen Track zu legen und uns dabei an den Stäben orientieren, die ich heute bei Tageslicht steckte (wenn wir sie bei Nacht finden :-)). Der Schnee hier treibt einen zum Wahnsinn. Die Oberfläche hart wie Beton, darunter Pulver wie Puder. Bricht die oberste Schicht, dann bricht der Reifen ein, dann gibt es keine Traktion mehr. Diese Schneeart ist total unterschiedlich zu zum Beispiel Jakutsk, wo wir Pässe zwar nicht einfach, aber doch überfahren haben. Hier hat jeder die Hände voller Schwielen vom Schaufeln und die Nase voll vom “Pass”.

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PNY Tagesbericht - 16. Januar 2010

BlueGerbil | 16. Januar 2010 12:44
16.01.2010: 94. Kurzmeldung (00:15 Uhr MEZ)

Stehen aktuell bei N 64 35′866″ / W 173 37′777″.

Das Team ist wohl auf, aber sehr müde. Wir kämpfen uns Meter für Meter vorwärts. Technische Probleme erschweren uns das Fortkommen erheblich. Derzeit sind wir noch 32 km von Providenia entfernt.

Wir müssen über einen sehr schweren Pass.

Ohne Spikes keine Chance hierher zu kommen.

Ohne Webasto wäre es noch wesentlich härter, weil F1 aktuell keine andere Heizung hat.

Ohne die Schlafsäcke von Mammut nicht ganz gut auszuhalten.

Ohne die mentale Stärke des Teams keine Chance.

Wir melden uns.

16.01.2010: 95. Kurzmeldung (08:37 Uhr MEZ)

Bermuda!!!

Wir befinden uns irgendwo zwischen steilen Bergen in einem Flusslauf. Meterhoher Schnee. Technische Herausforderungen ohne Ende. Keine Zeit auszuruhen. Kaum Schlaf. Härter geht es nicht. 600 Meter in 24 Stunden: 5 Stunden haben wir in der Kälte das Servopumpenlager des F1 aufgefeilt und umgebaut.

Mentale Teamstärke auf absolut allerhöchstem Level. Versuchen aktuell - nach sechs Stunden Bergearbeit für zwei Trailer und ein Fahrzeug - auf Hügelkette zu fahren. Keine andere Chance den 4-5 Meter hoch zugeschneiten Canyon vor dem Pass zu bewältigen. Haben heute alles versucht. Hügelkette stellt quasi Umfahrung dar. Es ist jedoch sehr schwer raufzukommen - sehr steil. Wir versuchen unser Bestes. Härter geht es in meinen Augen nicht.

Was alles zwischen dem Fischercamp und hier passierte, was das Team durchmachte und weitere Details erzähle ich später. Aktuell gibt es keine Möglichkeit ausführlicher zu berichten, wegen Umständen, die auf uns/mich wirken.

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PNY Tagesbericht 14.-15. Januar 2010

BlueGerbil | 15. Januar 2010 12:46

14.01.2010:

20 Uhr. Wir befinden uns im jetzt im Bermudagebiet. Mystik pur / Geschichten, die die Expedition schreibt.

Vorspann:
Während der Überfahrung des Sees herrschte knisternd starke Anspannung. Jeder war nervös ob das Eis halten würde - noch dazu, weil wir wegen der Gefahr von dünnem Eis am Rande (wegen Strömungen durch Zuflüsse), in der Mitte des Sees fahren mussten und das Eis nicht wie erhofft 1 Meter, sondern nur 30-40 cm dick und mit großen Rissen übersät war. Dann plötzlich keine Lenkungsunterstützung am F1 mehr. Wir dachten es sei schon wieder ein Schlauch geplatzt, aber nein. Der Keil- bzw. Rillenriemen war zerfetzt. Keine Ahnung warum. So schnell wie möglich versuchten wir einen neuen Riemen samt Spannrolle zu montieren, was bei eisigem Wind auf Eis eine Herausforderung ist, weil man fünf Leute braucht: einer hält die Motorhaube fest, damit sie nicht umschlägt, einer die Motordämmmatte und die Taschenlampe, einer hat das Werkzeug und die Ersatzteile, zwei entfernen die Reste, halten den Spanner und legen den Riemen auf.

~~~
Zeitsprung:
Es ist ca. 19 Uhr als wir in das gefürchtete “Bermudagebiet“ einfahren.
Aufgrund der schwierigen Navigation und unerklärlichen Ereignisse, die hier in der Vergangenheit geschahen, wird es so genannt.

Wir bewegen uns ganz langsam auf einen engen Pass zu. Wir navigieren dabei ausschließlich per Computer und GPS, tasten uns an Koordinaten und Kartenlinien, die uns die Natur beschreiben, entlang der Berghänge, die wir aufgrund der Finsternis eh nicht sehen. Auch unsere starken Scheinwerfer geben uns nur ein paar Meter vor dem Fahrzeug einen Eindruck der Landschaft. Ein Herumfahren und Ableuchten ist wegen der Schneeverhältnisse und dem Anhänger nicht möglich. Das ansteigende Tal wird immer enger, bis es nur noch ca. 50-60 m breit ist. Dann vor uns eine Wand aus Schnee. Rechts und links steil aufsteigende Felswände. Wir haben nur eine Chance: nach links um dort zu versuchen einen schrägen Hang als Umfahrung der Schneewand zu benutzen. Da F2 wegen der Lenkung gehandikapt ist, fahren wir mit F1 vor. Der Hang wird steiler. Die Felswände wirken bedrohlich. Der Wind rüttelt am Fahrzeug. Dann ein Pfeifen, ein Schaben aus dem Motorraum. Sofort stelle ich die Maschine ab. Wir stehen mitten in der Steigung. Raus, Haube auf: der Keilriemen läuft neben der Spannrolle. Er ist beschädigt. Viktor beginnt auf Russisch die bösen Geister im Dunkeln anzuschreien, mit ihnen zu streiten. Er beginnt mit einem Schamanentanz gegen sie zu kämpfen, sie vom Auto wegzutreiben, während Jefgeny und ich versuchen eiligst den Riemen wieder aufzulegen. Eigentlich brauchen wir dazu acht Hände, aber der F2 ist weit weg.
Viktor ruft, schreit, kämpft mit Abwehrgesten und Lauten gegen das Unsichtbare dieser Nacht.
~~~

Die Maschine läuft wieder - rein in den Wagen und weiter. F1 wühlt sich durch. Wir schaffen es, kommen aus dieser undefiniert bedrohlich wirkenden Situation auf den Bergrücken und F2 kommt nach. Dann einige hundert Meter weiter: ein Steilhang, der am Ende auch noch Tiefschneefelder hat. Mit viel Gefühl und Taktieren kommen wir bis zehn Meter vor die Oberkante. An der steilsten Stelle springt der Riemen erneut ab. Viktor schreit wieder, kämpft. Jefgeny sitzt im Auto und betätigt die Bremse, weil der Hang so steil ist, dass wir F1 nur so sichern können. Ich fluche, hadere und lege mit Wut im Bauch und aller Kraft den Riemen, der jetzt nur noch gut einen cm breit ist, auf. Jetzt reicht es aber, denke ich und treibe F1 gegen den Wind, die Geister, den Schnee, die Steilheit auf das Plateau. Geschafft. F2 fährt in bester Bravour nach.

22 Uhr. Haben damit soeben schweren Pass geschafft und stehen auf N 64 44‘469“ / W 274 23‘357“.
Team wohl auf.

Wir sind voll im “Bermuda” und kämpfen.

15.01.2010: 92. Kurzmeldung (00:00 Uhr MEZ)

8 Uhr. Sind aufgebrochen.

9 Uhr. Haben weites Flussdelta erreicht. Es liegt ein riesiges Tiefschneefeld vor uns, das sicher 1 auf 2 Kilometer groß ist. Wir versuchen eine Umfahrung zu finden. Als wir gestern um 14 Uhr vom Fischercamp aus aufbrachen, blieben unsere beiden Skidoofahrer dort zurück. Sie wollen versuchen uns heute bei Tageslicht einzuholen.
Aktuell halten die drei Gurte am F2 die Lenkung und der 1cm Riemen am F1. Wer sich fragt warum wir den nicht wechseln: Wir haben insgesamt sechs Ersatzriemen dabei. Einer ist schon neu, wir wollen/müssen das alte Material maximal aufbrauchen.

10 Uhr. Umfahrung geglückt und Flussquerung erfolgreich durchgeführt. Halten weiter Kurs.

15.01.2010: 93. Kurzmeldung (03:35 Uhr MEZ)

13:30 Uhr. Fischerbasis 70 km vor Providenia erreicht. Aktuelle Position N 64 39‘047“ / W 174 02‘183“.

Fahren maximal mit 2000 Umdrehungen/min in allen Gängen der Untersetzung, um sicherzustellen, dass der 1 cm Rillenriemen so lange wie möglich drauf bleibt. Wollen richtige Reparatur wenn irgend möglich erst in Providenia machen. Haben noch ca. 2-3 Tage gutes Wetter - müssen es schaffen.

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PNY Tagesbericht - 12.-14. Januar 2010

BlueGerbil | 14. Januar 2010 13:05

12.01.2010: 86. Kurzmeldung (22:16 Uhr MEZ)

9 Uhr. Wir sind aufgebrochen. Werden begleitet von zwei Skidoofahrern aus Providenia, unseren Bekannten Vladimir und Konstantin und einem Fahrer aus Enmelem, der sich angeschlossen hat (zusammen mit zwei Weiteren, die auf seinem Schlitten sitzen - ich nehme an um das Risiko des Alleinfahrens nach Nuligran, unserem nächsten Ziel, zu minimieren). Dazu noch unser super Schweißer auf seinem russischen Geländemotorrad (er will sehen ob seine Schweißungen halten und schauen wie weit er kommt).

Nette Info am Rand: Wir waren die Ersten, die Enmelem aus Richtung Konergina seit über 10 Jahren mit Radfahrzeugen erreichten.

13.01.2010: 87. Kurzmeldung (02:11 Uhr MEZ)

13 Uhr. Wir kämpfen uns durch ein Flussdelta. 30 km sind bereits geschafft. Immer wieder winchen, abhängen, kleine/mittlere/große Flussarme queren. Wir brechen öfter mal ein, aber nur bis zu ca. 30 cm.

17 Uhr. Schwierigen Schneepass geschafft. Jetzt im nächsten Fluss. Noch 20 km nach Nuligran.

18:45 Uhr. Sind in Nuligran angekommen. Das Team ist wohl auf.

Aktuelle Position: N 64 48‘259“ / W 175 22‘537“

13.01.2010: 88. Kurzmeldung (21:51 Uhr MEZ)

8:30 Uhr. Sind aufgebrochen. Vor uns liegen 220 km Nichts bis Providenia mit einer der schwierigsten Teilstrecken quer durch die Berge mit schwierigen Pässen, etc. hoffen wir, dass wir es schaffen. In einem See, den wir morgen erreichen müssten, ist vor ein paar Tagen noch ein Vestichot versunken. Jetzt soll das Eis stark genug sein. Es gibt eh keinen anderen Weg, wir müssen es versuchen.

14.01.2010: 89. Kurzmeldung (03:16 Uhr MEZ)

13 Uhr. Fischercamp bei N 64 48‘254“ / W 174 53‘804“ erreicht. Eine Stunde Feuer gemacht, aufgewärmt, Tee und Kaffee getrunken. Sind jetzt um 14 Uhr wieder aufgebrochen. Sehr schwere Etappe – genannt Bermuda – liegt vor uns. Müssen zunächst über 13 km See. Dann folgt ein schwieriges Flussdelta, dann Berge. Wir versuchen ein 70 km entferntes Camp zu erreichen.

By the way: Eine wunder, wunderschöne Landschaft mit unglaublichen Eisformationen hier – toll!

14.01.2010: 90. Kurzmeldung (05:20 Uhr MEZ)

16:30 Uhr. Sind an Position N 64 46‘783“ / W 174 30‘395“. Lenkungsgestänge an F2 gebrochen. Keine Lenkung mehr. Der ganze Block, der in Konergina geschweißt wurde, ist abgerissen. Versuchen mit Gurten zu reparieren. Team ist wohl auf.

14.01.2010: 91. Kurzmeldung (07:59 Uhr MEZ)

18:30 Uhr. Reparaturversuche beendet. Drei Gurte sollen am - mit Wolfgang und Rudi derzeit rein oberbayerisch besetzten - F2 halten was sonst Schweißnähte übernehmen. Im F1 fahren derzeit Jefgeny, Victor, Matthias. Klasse Teamleistung bei -30°C und Wind. Mal sehen wie weit wir kommen. Das nächste Schweißgerät gibt es erst wieder in ca. 140 km. Dennoch, zumindest muss uns die Natur gut gesonnen sein. Es gibt keinen Schneefall. Einige Wolken, die auf einen Blizzard hindeuteten, haben sich auch wieder verzogen. Bestes Wetter - Gott sei Dank!

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In der Kirner Zeitung…

BlueGerbil | 13. Januar 2010 13:21

…erschien heute ein Artikel über die Paris-NewYork 2009 Transcontinental Expedition - mit meinen Fotos der Schwimmtests (mit den in Kirn bei Simona gebauten Schwimmkörpern) - danke an Timo für´s Zusenden!

Kirner Nachrichten - 13.Januar 2010

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PNY Tagesbericht - 08-13. Januar 2010

BlueGerbil | 13:11

08.01.2010: 78. Kurzmeldung (22:26 Uhr MEZ)

9 Uhr. Blizzard ist vorbei. 1,5 m Schneeverwehungen rund um die Autos. Genial wo wir gestern Nacht ohne Sicht durchmanövriert sind. Die Naturgötter, denen wir vor unserer Abfahrt in einer traditionellen Zeremonie mit unseren tschuktschischen Freunden Opfer in Form von Zigaretten und Wodka darbrachten, waren bei uns und schützten uns.

Gestern Abend dann noch eine sehr schöne Geste. Wowa, einer der Tschuktschen, schenkte mir sein Messer. Das ist eine sehr hohe Geste. Es ist selbstgemacht aus Horn von Rentieren. Die Klinge ist aus einem selbstgeschmiedeten Sägeblatt, der Schaft aus Rentierleder und Fell. Ich schenkte ihm im Gegenzug meines und bedankte mich geehrt.

09.01.2010: 79. Kurzmeldung (05:21 Uhr MEZ)

10 Uhr. Unsere beiden tschuktschischen Freunde haben abgedreht und fahren nach Konergina zurück. Haben jetzt das Delta verlassen. Versuchen Weg über eine Hochebende zur Vestichotstrecke nach Enmelem zu finden. Vor uns drei Seen, die gequert werden müssen. Schon der Erste hat zu dünnes Eis. Als ich vorlief um zu testen riss es bereits. Müssen Umfahrung suchen.

14 Uhr. Druckleitung wieder defekt.

16 Uhr. Druckleitung wieder so gut es irgend ging repariert. Brechen in 30 min wieder auf. Jefgeny hat zwischenzeitlich den Weg um den ersten See gescoutet.

09.01.2010: 80. Kurzmeldung (11:33 Uhr MEZ)

22:30 Uhr. Haben Seenumfahrung gefunden. Danach Flussquerung, die schwierig war. Haben lange das Eis prüfen müssen um guten Weg zu finden. Beide Autos zusammengebunden um zu sichern. Aber alles gut gegangen. Sind noch rund 40km von Enmelem entfernt. Es geht jetzt über heftige Buckelfelder, die uns Nerven kosten, da wir wie auf hoher See hin und her schwanken und mit nur sehr geringen Geschwindigkeiten fahren können.

Aktuelle Position: N 65 18‘139“ / W 175 48‘489“
Alles okay.

09.01.2010: 81. Kurzmeldung (13:03 Uhr MEZ)

23:45 Uhr. Stehen vor sehr breitem Flussdelta mit drei Hauptarmen. Haben Überquerung versucht. F1 jedoch eingebrochen. Konnten aus eigener Kraft zurückkommen. Haben danach für heute abgebrochen und werden bei N 65 16‘891“ / W 175 48‘000“ übernachten. Morgen früh neuer Versuch.

Alles okay.

10.01.2010: 82. Kurzmeldung (01:05 Uhr MEZ)

12 Uhr. Schlechte Nacht gehabt. Übelster Sturm, der befürchten ließ einen Trailer oder ein Auto umzuwerfen, so heftig waren die Böen. Hatten uns entschlossen den Schlafplatz nochmals zu wechseln und einen sichereren Ort außerhalb des Deltas zu wählen.
Dann heute Morgen Traumwetter mit Sonne pur. Einer der wettertechnisch schönsten Tage der ganzen Reise bisher. Haben dann Weg über breites Flussdelta gefunden. Eis war zwar nicht überall komplett gefroren, hat die Fahrzeuge aber getragen. Sehr gutes Gefühl. Sind aktuell weiter auf Kurs Enmelem. Noch 30km.

10.01.2010: 83. Kurzmeldung (03:06 Uhr MEZ)

14 Uhr. Haben eben erste Tankaktion ohne totale Vermummung, Stirnlampe, dicken Handschuhen und abgestorbenen Fingern, durchgeführt. Traumwetter.
Man konnte sogar auf die Trailer klettern ohne sich festzubinden/festzuhalten wegen der Gefahr durch eine Windböe runter zu stürzen.

10.01.2010: 84. Kurzmeldung (05:08 Uhr MEZ)

16 Uhr. Haben soeben letztes breites Flussdelta vor Enmelem gequert!!!!!!!! Wurden erwartet. Ein Abgesandter aus Enmelem erwartete uns auf der Enmelem zugewandten Flussseite. Es war ein herzliches Willkommen. Er sagte dass alles sehr froh sind uns zu sehen. Wir sind die Ersten, die die Flussquerung, an der wir gestern Nacht scheiterten und die wir heute Morgen schafften, in diesem Jahr überhaupt schafften!! Sehr geil. Das Anstoßen mit Wodka war obligatorisch.
Nun noch ein Pass und 10km dann sind wir in Enmelem. Team ist sehr stolz. Ich bin es auch. Ein super Team. Ausgezeichneter Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt und Unterstützung. Klasse!

10.01.2010: 85. Kurzmeldung (05:37 Uhr MEZ)

Ohne Spikes fast keine Chance. Was die Dinger uns schon geholfen haben - genial. Mal abgesehen von Flüssen und Seen, die du zu Fuß kaum querst, haben die Spikes heute nochmals sehr sehr Geniales geleistet. Nach der Querung des letzten Flussdeltas und vor dem Pass mussten wir soeben einen in einen Hang geschlagenen, schräg abfallenden und mit Eis bedeckten Track befahren. Ohne Spikes keine Chance! So fügt sich immer wieder ein Puzzleteil zum anderen.

17 Uhr. Wir sind in Enmelem!!!

12.01.2010:

Nachdem wir “gerade” (ausgestreckt) in der Schule geschlafen hatten, überraschten uns am Morgen des 11. rund 60 Kinder, die uns sehen wollten. Für uns wurden sogar extra ein eiligst angesetztes Konzert und eine Tanzvorführung gegeben. Toll. Die Schulleitung, die Lehrer, die Kinder, die Administration, der Border Guard, die Mechaniker, die Helfer, etc. Einfach ein tolles Dorf.
Und wieder muss ich betonen, dass es in meinen Augen und nach meiner Erfahrung kein anderes Land auf der Erde gibt, das ich bereiste, wo derart viel Freundschaftsgedanke, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft existieren wie in Russland. Ich werde nicht müde werden, das zu loben und Anderen näher zu bringen.

Der Rest des Tages, die ganze Nacht bis 4 Uhr am Morgen und der heutige 12. waren dann ausschließlich der Reparatur der Fahrzeuge gewidmet. Jetzt endlich läuft F1 mit spezialangefertigter “Ural” (russischer Truck) Servoleitung. Das Ding ist zwar 4x größer als das Original und wir müssen den Motor höher drehen um zu lenken, aber es war die einzige Chance, die wir hatten nachdem uns das Sch*** Ding x-mal um die Ohren flog und zwar aus den verschiedensten Gründen. Alle Versuche ohne Schweißgerät schlugen mehr oder weniger fehl und waren nur von kurzer Haltedauer. Jetzt klappt es hoffentlich, nachdem Alexey, der Superschweißer, in stundenlanger Kleinstarbeit Jeep auf Uralgröße schweißte. Ein Kunststück bei Jeepleitungen mit 1 mm Wandstärke.

Heute Abend ruhen wir nun noch aus und brechen morgen früh auf um weiter Richtung Providenia zu fahren. Schwierige Flussetappen erwarten uns

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Aus meiner Feder…

BlueGerbil | 8. Januar 2010 14:14

…erschien in der heutigen Ausgabe des Off-Road-Magazins ein Artikel über die Fortsetzung der Paris-NewYork 2009 Transcontinental Expedition - einfach das kleine Vorschaubild ankicken für eine größere Ansicht im neuen Fenster (ggf. Pop-Up-Blocker ausschalten!)

Off_Road 02/2010

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PNY Tagesbericht - 06.-07. Januar 2010

BlueGerbil | 7. Januar 2010 13:17

06.01.2010: 70. Kurzmeldung (22:54 Uhr MEZ)

10 Uhr. Sehr harte Nacht. Mehrere Versuche einer Notreparatur. Konnten letztendlich Motor wieder starten. Heizung läuft. Haben jetzt fünf Stunden geschlafen. Brechen auf.

Aktuelle Position: N 65 39‘540“ / W 177 23‘128“

07.01.2010: 71. Kurzmeldung (04:10 Uhr MEZ)

14 Uhr. Haben Fischerschutzhütte bei aktueller Position N 65 35‘309 / W 177 06‘790“ erreicht, Feuer gemacht, warmen Tee getrunken. Druckschlauch hat gehalten; nicht ganz perfekt aber es ging. Fahrzeuge sind gecheckt; werden in einer Stunde wieder aufbrechen um das gute Wetter zu nutzen (ohne Schneefall). Teamzusammenhalt klasse; alle ziehen gemeinsam an einem Strang.

Versuchen weiter Richtung Enmelem zu kommen (das nächste Dorf in ca. 140km Entfernung).

07.01.2010: 72. Kurzmeldung (15:08 Uhr MEZ)

Stehen bei aktueller Position N 65 28′942″ / W 176 17′613″ - Vor uns liegt ein Hang, der steil zum Meer abfällt. Wir müssen runter, werden jedoch Tageslicht abwarten um Risiko zu reduzieren. Team wohlauf, Autos laufen.

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PNY Tagesbericht - 29. Dezember 2009

BlueGerbil | 29. Dezember 2009 12:02

29.12.2009: Wenn Engel reisen…

…heißt es doch im Sprachgebrauch. Nicht dass wir behaupten möchten Engel zu sein, aber es hat so was von geklappt - einfach unglaublich.

Wolfgang und Rudi von München und ich von Frankfurt nach Moskau. Sehr sehr hilfsbereite russische Flughafenmitarbeiter, die uns mit dem ganzen Equipment halfen und Ausnahmen machten. Ausgezeichnete russische Piloten, die den Flieger, mit vielen Wartenden und uns trotz sehr starker Winde sicher nach Anadyr brachten. Danke an den russischen Zoll, der uns dort wiedermal bei den nötigen Papieren in vorbildlicher Weise unterstützte; Viktor, der uns Sondertickets der Tschukotavia besorgte; danke an wer immer dieses unglaubliche Wetterfenster für uns öffnete, das es überhaupt möglich war zu fliegen und mit einer tollen Flugleistung Egvekinot zu erreichen (gestern noch herrschten Starkwinde, die das Landen in Egvekinot unmöglich machten) - Hut ab vor den Organisatoren und Piloten der Tschukotavia, die den letzten Flug im Jahr unter allen Umständen und mit allem Gepäck / Cargo möglich machten -; Alexander und Nicolai, die in Egvekinot die Vorbereitungen getroffen hatten und uns abholten; danke an Wolfgang, Rudi, Jefgeny Konstantinov und Victor (das neue Team) für schon einige lockere Stunden - einfach ein absolut gelungener Start und Anreise nach Egvekinot, die Stadt in Russland, in der selbst die Winterwege enden.

Danke Russland und Tschukotka für diesen Empfang.

Wir werden nun bis Anfang Januar die restlichen Arbeiten an den Wagen und Trailern durchführen, mit unseren Freunden Silvester feiern, die letzten Vorbereitungen treffen und melden uns dann wieder im neuen Jahr.

All the best,

Matthias Jeschke

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