PNY Tagesbericht 15.-16. März 2010

BlueGerbil | 17. März 2010 00:21
15.03.2010: 160. Kurzmeldung (16:03 Uhr MEZ)

Neun Stunden für 14 Kilometer - nicht schlecht.

Aktuelle Position: N 65°44.185 / W 170°53.227

Alles soweit okay. Noch 86 km.

16.03.2010: 161. Kurzmeldung (00:30 Uhr MEZ)

8 Uhr. Nach vier Stunden Schlaf, einer lauwarmen Tasse Kaffee und ein paar Keksen sind wir wieder aufgebrochen. Unser Weg (GPS-Track der Vestichotversorgungsfahrer) führt uns gerade über eine riesige Hochebene, die in der Ferne noch umrahmt ist von Hügelketten. Der Eindruck ewiger Weite, verstärkt durch gleißendes Licht, das sich durch Schnee, Dunst, Sonnenstrahlen breit macht.

Verschwindend klein, wie “ein Nichts”, kriechen wir zu viert mit unseren Gespannen durch diese Weite. Die Geschwindigkeit von ca. 2 km/h tut ihr Übriges.

An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmals besonders bei der Administration und der “JKH”, dem Kommunalservice Lavrentias, für die Hilfe und Unterstützung bedanken. Besonders die Zurverfügungstellung der beiden Arbeitsplätze in den kommunalen Garagen für die Instandsetzung unserer beiden Wagen war eine große Hilfe.

16.03.2010: 162. Kurzmeldung (00:55 Uhr MEZ)

12 Uhr. Kommen derzeit gut voran. Aktuelle Position: N 65°50.593 / W 170°50.588

In Anadyr und Providenia stürmt es und wir fahren durch den allerschönsten Sonnenschein. Die Wettervorhersage wonach der Sturm knapp über unserem Fahrgebiet vorbeiziehen soll ist gigantisch gut. Wir befinden uns derzeit mit unserem Fahrtgebiet in einem Keil eines Hochs, das sich zwischen zwei Sturmtiefs geschoben hat. Ich bin immer wieder sprachlos wie genial genau die Wetterdaten des DWD sind, mit denen wir versorgt werden und verlasse mich bei allen Entscheidungen zu 100% darauf.

Noch 70 km.

16.03.2010: 163. Kurzmeldung (05:06 Uhr MEZ)

16 Uhr. Wieder ein Lüftermotorschaden. Hat uns aufgehalten. Danach Eintritt in den schwierigsten Streckenabschnitt: ein Canyon, der schwer zu befahren ist und in den Anstieg zu einem Pass mündet. Na sauber, schaufeln seit zwei Stunden an der gleichen Stelle. Schwierig/müde.

16.03.2010: 164. Kurzmeldung (12:01 Uhr MEZ)

17 Uhr. Haben uns Meter für Meter vorgearbeitet. Aber jetzt ist absolut keine Sicht für die Fahrer mehr. Aufgrund des Lichtes, des Schnees, des Dunstes, können wir selbst mit gelben Brillen keine Konturen mehr im Schnee erkennen. Alles ist eine weißblaue Suppe. Haben uns entschlossen stehen zu bleiben und die Nacht abzuwarten. Werden jetzt ca. drei Stunden schlafen. Dann versuchen wir die Nacht durchzufahren/zu arbeiten. Wir stehen ca. 500 Meter vor dem ersten von fünf Pässen.

19:30 Uhr. Ein fürchterliches Geräusch reißt mich aus dem Schlaf. Mein Motor? Ich reiße die Tür auf. Nein, alles ok. Dann muss es von Rudi kommen. So ein Mist. Ich springe raus, stolpere schlaftrunken Richtung F2, falle, dann sehe ich zwei Lichter, die hinter F2 ankommen: ein aufgebohrtes Vestichot oder kein Auspuff dran.

Boar, man. So einen Schrecken braucht kein Mensch.

Im Endeffekt für uns aber nur sehr gut, denn a) hätten wir eh aufstehen müssen, und b) fährt das Vestichot jetzt zumindest ein paar Kilometer einen Track, bis es nach Naschken abbiegt. In dem Track können wir folgen und haben es etwas leichter. Fahren mit einem Rad rein, dann müssen wir nur noch eins graben. Wieder so eine super Fügung.

Derzeitige Position: N 65°54.331 / W 170°43.951

Alles ok.

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