PNY Tagesbericht 28. Februar - 01. März 2010
BlueGerbil | 1. März 2010 23:4028.02.2010: 131. Kurzmeldung (00:22 Uhr MEZ)
Sind seit 24 Stunden auf dem Eis der Bucht. Es ist eine unglaubliche Plackerei. F1 und F2 sind total in Wasserfallen eingebrochen. 200 m in 13 Stunden. So ein Mist…
Aus der heftigsten Wasserfalle konnten wir uns befreien. Wir haben seit gestern 10 Uhr morgens nicht geschlafen. Das Team ist wohl auf und mental stark.
Weiter geht’s.
28.02.2010: 132. Kurzmeldung (19:13 Uhr MEZ)
Nun haben wir seit 36 Stunden ununterbrochen durchgearbeitet. Wir sind wie beschrieben genau in die Wasserfallen rein und mussten uns daraus befreien vor dem man uns warnte. Aber einen anderen Weg als durch die Bucht gibt es nicht. Deshalb müssen wir versuchen durchzukommen.
Besonders das Winchen mit F1 ist neben dem ewigen Schaufeln und Sandbleche schleppen kräftezehrend. Um F1 winchen zu können brauchen wir einen Eisanker. Dieser besteht aus einem ca. 80 cm langen, runden Holzstück um dessen Mitte das Winchseil geschlungen wird. Dann versenken wir das Holzstück quer zur Zugrichtung in einem Schneeloch, das wir vorher bis auf die Eisfläche runtergegraben haben. In dieses ca. 80-100 cm tiefe Loch rammen wir dann noch drei Eisstangen um das Holzstück zu sichern und schlagen diese so tief wie möglich in das Eis auf dem das Holz liegt. Da Wasser auf dem Eis steht ist dies eine nasse Angelegenheit. Die Handschuhe frieren in Sekunden.
28.02.2010: 133. Kurzmeldung (22:29 Uhr MEZ)
6 Uhr. Wir brechen auf nachdem wir nun zumindest einige Stunden geschlafen haben. Es sind -35°C. Daher hoffen wir dass das Wasser etwas mehr gefroren ist und wir fahren können anstatt zu winchen.
01.03.2010: 134. Kurzmeldung (07:22 Uhr MEZ)
Aktuell befinden wir uns bei N 64°51.821‘ / W 172°43.365‘.
Nachdem wir gestern Abend noch beide Wagen und beide Trailer zumindest zusammen auf ein sicheres Stück “Wasserschnee” gestellt hatten, fielen wir in Tiefschlaf. Als wir abends noch Besuch von zwei Skidoofahrern und von Vladimir und Jefgeny aus Providenia erhielten, bekam zumindest ich das nur noch im Halbschlaf mit.
Heute lief es dann besser nachdem die tiefen Temperaturen der Nacht das Sulzgemisch hatten weiter frieren lassen. Die neuen Wrangler MTR‘s konnten wieder mal ihre Stärken ausspielen und uns vorwärts bringen.
Bedingt wird dieser Wasserschnee übrigens durch drei große Risse, die jedes Jahr in der Bucht entstehen. Zwei verlaufen quer zur Bucht, einer parallel. Auf den Fotos, die wir senden werden ist der Dritte zu erkennen. Die Risse sind ca. 40-60 cm breit. Der dritte Riss z.B. hatte nur eine Eisstärke an einer Stelle von rund 10 cm.
Was uns heute aufhielt waren Seehundlöcher. Seehunde brauchen Luft zum Atmen. Da aber alles gefroren ist, hat sich die Natur ein klasse Instrument einfallen lassen und die Tierchen mit “Superpuste” ausgestattet. Mit ihr “hauchen” sich die Seehunde Löcher in das Eis um an die frische Luft zu kommen. Es entstehen mehr oder weniger kreisrunde Löcher, die sich natürlich mit Wasser füllen. Schneit es lange, wehen die Löcher zu und es entsteht eine trügerische Schicht.
Etliche von den Dingern haben wir heute erwischt. Mal mit dem Vorder-, mal mit dem Hinter-, mal mit dem Anhängerrad. Hier muss es von den Kollegen nur so wimmeln.
Fährt man mit genügend Speed drüber und bricht ein, reißt es einem die Achse raus, da die Löcher mit dem Wasser/Schnee darüber ein Loch von insgesamt gut 1,5 x 1,5 Metern entstehen lassen. Also schön langsam, dann bricht zwar ein Rad ein, man macht sich aber nichts kaputt.
Steht man an einem solchen Loch und versucht es zuzuschaufeln um dann Sandbleche drüber zu legen, kann es sein dass man mit dem nächsten Spatenstich schon das nächste findet und mit den Füßen einbricht und sich wundert warum “Mann” plötzlich 60 cm tiefer steht (so geschehen).
01.03.2010: 135. Kurzmeldung (07:30 Uhr MEZ)
17 Uhr. Soeben haben wir wieder Festland erreicht und damit Jandrekinot. Super geil!
Wir sind alle froh diese lange Bucht geschafft zu haben. Starkes Team!
Sofort wurden wir von einem Skidoo empfangen, ein Vater mit zwei Jungs. Unmittelbar danach erreichte uns der Ortspolizist. Wir wurden ebenfalls sehr freundlich begrüßt, die Papiere kontrolliert. Alles okay.Jetzt fahren wir an den Ort um dann sofort wieder aufzubrechen. Das Wetter ist super, wird aber schlimm. Wir erwarten laut den genialen und derart genauen Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zwei Orkane, die uns treffen werden. Einer beginnt am Freitag. Bis dahin wollen wir schon ein gutes Stück Richtung Lavrentia geschafft haben.
Wir versuchen in jedem Fall eine Siedlung vor Lavrentia zu erreichen. Schaffen wir das nicht, müssen wird die Orkane im Auto aushalten.Mal sehen wie schlimm die Strecke wird.
01.03.2010: 136. Kurzmeldung (19:06 Uhr MEZ)
3 Uhr. Wir kommen nicht schlecht voran. Wir haben einen kleinen Pass hinter Jandrekinot geschafft und drei Stunden geschlafen. Da wir aber das Wetter nutzen müssen fahren wir schon wieder. Wir schlängeln uns nun zwischen zwei kleinen Bergketten und irren Schneeverwehungen hindurch, die hart sind wie Beton.
Aktuelle Position: N 64°58.172 / W 172°25.621
Das Team ist wohl auf.
Categories: Extrem Events



No Responses to “PNY Tagesbericht 28. Februar - 01. März 2010”
Care to comment?