Team GeoJeeper Alpentour - September 2008 - Tag 2
BlueGerbil | 6. September 2008 23:59Tag 2 – Samstag, 06. September 2008
Der Morgen graute und Martin grau(s)te es auch, als er mich morgens meine asiatische YumYum-Suppe verzehren sah – macht warm und bringt den Kreislauf in Wallung. Die Autos wurden soweit als möglich ausgeladen und wir starteten wir in Richtung Cervinia. Dort wurden noch mal die Jeeps betankt und dann brachen wir in Richtung Bontadini auf. Ich hatte die diversen Seilbahnstation als Wegpunkte für die GPS-Geräte vorbereitet, so dass wir eine Orientierungshilfe hatten. Das Gebiet oberhalb Cervinias ist von einem Netzwerk an Pisten und Pfaden durchzogen, die zum Spielen einladen, allerdings hatten wir ja ein Ziel – die Bergstation des Bontadini-Skilifts auf 3332m Höhe – der höchste mit einem zweispurigen Fahrzeug anfahrbare Punkt der Alpen.

Erste Station - Plan Maison
An dem Umkehrpunkt unseres Versuchs im Juli vorbei erreichten wir die Talstation Plan Maison (2545m), hier gab´s den ersten Foto-Stop. Das Matterhorn verbarg sich leider in Wolken, das sollten wir den ganzen Tag nicht zu Gesicht bekommen.

Timo auf dem Weg zur Bontadini-Talstation
Der Weiterweg führte uns in östlicher Richtung an der Seilbahnstation „Fornet“ (2866m) vorbei bis zur Talstation des Bontadini-Lifts auf 3.041 Metern Höhe – damit war schon mal die Höhe des Col de Sommeiller erreicht. Bis hier hin war es im wesentlichen eine Schotterpiste, landschaftlich wunderschön, aber fahrerisch sehr relaxt.

Der Weiterweg zur Bontadini-Bergstation
Nun wurde es ein wenig steiler, einige wenige Rest-Schneefelder tauchten auf, mussten aber nicht durchquert werden. Der Weg ist mit „TMR“ (Tour Monte Rose) markiert und das Ziel war auch gut sichtbar – also: Auf nach oben! Über einige etwas rutschige Steinplatten gewannen wir an Höhe, bis wir zur letzten großen Steilstufe kommen. Der Weg ist gut erkennbar, führt aber teilweise durch grobes Geröll. Nach meiner Einschätzung ist an der Talstation des Bontadini-Lifts Schluss für SUVs.

Martin und Timo beim Aufstieg

Die letzten Meter
Die letzte große Steilstufe wird von einigen sehr steilen und engen Kurven überwunden, hier hatte das Fahren schon fast Ähnlichkeiten mit Trial-Fahren, etwas, was man bei vielen anderen Alpentouren nicht hat. Hier war ich um MTs und Sperre auf jeden Fall froh. Souverän ackerten sich die drei Jeeps nach oben, „leicht erhöhtes Standgas“ – mehr war nicht nötig. Das änderte sich erst ca. 30m unterhalb des Theodul-Passes, hier führt eine Spur durch einen steilen Schotterhang nach oben. Vergessen wir die Contenance mal für einen Moment, „pedal to the metal“ und wir waren oben. Schon jetzt war mir das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht zu bekommen. Noch wenige Meter und ich stand an der Bergstation des Bontadini-Lifts – YES SIR! 3332m über Meereshöhe (auch wenn mein GPS 3350m behauptet) waren geschafft.

Die Bontadini-Bergstation ist erreicht

Team GeoJeeper @ 3.332m
Martin und Timo kamen nach und wir packten die Fahrzeuge schön geschützt an die Liftstation. Wenige Minuten nach uns kamen zwei Enduro-Fahrer aus Koblenz und Limburg nach, wir machten gegenseitig Fotos und verzogen uns dann in die Theodul-Hütte. Das der dort servierte Cappuchino in dem Moment der beste der ganzen Welt war, ist ja klar. Nur wenige Minuten nach uns kamen zwei Mountainbiker an der Hütte an, diese hatten wir oberhalb der Plan Maison getroffen – sie waren schiebend nach Zermatt unterwegs und kaum langsamer als wir – fettesten Respekt dafür! Nachdem wir uns ein wenig aufgewärmt hatten (der Wind pfiff ordentlich), machten wir uns an´s Fotografieren. Immer wieder rissen die Wolken auf und gaben den Blick frei ins Mattertal, zur Testa Griggia, dem Weißhorn und nach Cervinia runter – nur seine Exzellenz, das Matterhorn, gewährte uns heute keine Audienz. Natürlich mussten wir noch ein paar schöne Poser-Fotos machen, man hat ja einen Ruf zu verlieren
Also gibt’s jetzt jede Menge Fotos von Timos Jeep, Martins Jeep und meinem Jeep, einzeln, in der Gruppe, im Waagrechten, am Hang, an der Abbruchkante, vor der Hütte usw.

Blick zur Testa Griggia

Tiefblick ins Val Tourenche-Tal

Bontadini Lift von der Theodulshütte aus gesehen
Da wir noch zum Lago Goilet wollten und dort auf den XXX traten wir alsbald den Rückzug an – die kurze Trial-Sektion machte auch abwärts viel Spaß, nirgends hatte ich den Eindruck, das es besonders gefährlich war. Klar, auch hier kann ein Fehler Fahrzeug, Gesundheit oder das Leben kosten, aber das ist bei vielen Alpenstraßen der Fall. Und bei der deutschen Autobahn auch. Meint: Alles halb so wild, wenn man mit ein wenig Köpfchen und gesundem Menschenverstand unterwegs ist. Beides sollte nicht bei Fahrantritt in der Mittelkonsole landen.
An der „“ bogen wir von unserer Aufstiegsroute ab und arbeiteten uns über einige Hügel auf einer Spur in Richtung Lago Goilet vor. Da ich mich an einer Stelle für die gröbere der beiden Varianten entschied und den Hintern meines Jeeps nicht über die Felsstufe bekam, umfuhr Martin das Hindernis und mit einem kurzen Zug der Winde war ich oben. Timo konnte die Stelle nach dem Unterlegen einiger weiterer Steine problemlos meistern.
Am „“, dem Einstieg zur Befahrung des „“ sahen wir eine größere Gruppe an Landrovern stehen. Als wir uns auf den Weg in Richtung des „“ machten, kamen uns nach wenigen Metern bereits zwei Enduros hinterhergejagt, die uns erklärten, das der Berg „for normal 4×4“ gesperrt sei – aha, „normal vs. not so normal“, oder was? Egal…
Der gute Mann erklärte uns, sein Boss hätte gesagt, wir dürfen da nicht fahren – die frage, WTF sein Boss sei und was das Ganze soll, konnte er nicht zufriedenstellend beantworten. Wir entschlossen uns im Sinne von „kein Streß in einer so sensiblen Gegend“ die Befahrung abzubrechen und uns auf den Rückweg nach Cervinia zu machen. Um es klar zu sagen: Die Teilnehmer der LR-Veranstaltung grüßten durchweg freundlich, man nickte sich zu, es gab „Thumbs up“ von beiden Seiten für die Fahrzeuge, das war sehr entspannt – wie es sein soll. Nur die Herren von der Orga störten sich wohl an der Anwesenheit von 3 Jeeps an „ihrem Berg“ – sei´s drum. Im Nachhinein fand ich in der aktuellen Ausgabe der „Fuoristrada“ einen Hinweis auf diese LR-Veranstaltung, das war……….
Und so schlängelten wir uns dann zwischen den Landys talwärts nach Cervinia. Mittlerweile hatte es begonnen zu regnen und so ließen wir uns in einem Pizzeria nieder, um kauend den Tag Revue passieren zu lassen. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir auf dem Campingplatz, grinsten leise vor uns hin ob der gefahrenen Tour und warfen dann irgendwann wieder den Grill an. Auch dieser Abend ging mit einem Grappa zu Ende.



One Response to “Team GeoJeeper Alpentour - September 2008 - Tag 2”
Amazing stuf, cool story.
I’m going to try to get up there this year’s september, on a BMW R1150GSA. Could be tricky, but I’m gonna give it a try, see where I’ll end up.
Plan is to make it to at least the lower Bontadini station, just to break the altitude record of the Sommeiller. From there every meter is a victory
Sorry for the English, can’t write German.
Grusse, Philip.
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